Sexual- und Paarberatung

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Sexual- und Paarberatung

Ab sofort bieten wir als Verein Beratungen an.

Ab sofort bietet unsere Obfrau Sara Mayer-Mraz als Lebensberaterin in Ausbildung unter Supervision Beratungsstunden für Einzelpersonen, Paare und andere einander nahestehende Personen (throuples, enge Freundschaften, WG-Bewohner*innen, …) zum reduzierten Tarif von 30 Euro pro Stunde (Erstgespräch € 5,–) an.

Schwerpunktthemen:
* Alternative Beziehungsformen
* ALGBTIQ*-Beziehungen und Outingprozesse
* Außenbeziehungen
* Identitätsfindungsprozesse
* Berufsorientierung und Studienwahl
* Prozesse des Abschließens und Loslassens, des Neubeginns sowie
* Erziehungsthemen.

Sie finden in entspannter, respektvoller Atmosphäre eine Gesprächspartnerin auf Augenhöhe. Die Anerkennung aller noch so widersprüchlichen Gefühle, die Möglichkeit, Dinge aus einer neuen Perspektive zu betrachten und ein lustbejahender, lebensfroher Zugang sind die Kennzeichen einer Beratung bei Sara Mayer-Mraz.

Rufen Sie an, schreiben Sie ein Mail. Wir bieten auch kurzfristige Termine an! Gemeinsam finden wir im Erstgespräch heraus, was die aktuellen Themen in Ihrem Leben sind und ob eine Beratung Sinn macht und helfen kann. Fragen kostet nix + beim Reden kommen die Leut‘ zam!

Argumentation für sexualpädagogische Workshops durch externe Expert*innen/Vereine

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Argumentation für sexualpädagogische Workshops durch externe Expert*innen/Vereine

Angesichts aktueller Entwicklungen in Österreich haben wir uns als Vereinsvorstand dazu entschlossen, folgende Stellungnahme publik zu machen:

 

Gemäß dem Erlass für Sexualpädagogik haben Schüler*innen das Anrecht auf wissenschaftlich korrekte Informationen im Bereich der menschlichen Sexualität. Sie sollten altersadäquat und auf dem Stand der pädagogischen Entwicklung vermittelt werden. Soweit gibt es einen breiten gesellschaftlichen und politischen Konsens. Bei der tatsächlichen Ausgestaltung jedoch gibt es große Unterschiede in den Vorstellungen und Ideen.

In der vorliegenden Stellungnahme erläutern wir folgende Punkte:

  • Qualifikation
  • Praktische Grenzen der Lehrkräfte
  • Praktische Grenzen der schulischen Strukturen
  • Anonymität/Unvoreingenommenheit
  • Expert*innen auf ihrem Gebiet
  • Diskussionsfreiräume
  • Vertrauensprinzip

Außerdem formulieren wir im Anschluss einen Vorschlag für die weitere Vorgehensweise für sexualpädagogisch tätige Personen und Vereine.

 

Ein wesentlicher Punkt, warum es in unseren Augen so starke Unterschiede in der Umsetzung des sexualpädagogischen Auftrags gibt, ist die Vorstellung darüber, wie so ein Workshop abläuft. Dazu muss man wissen, dass es in einem sexualpädagogischen Workshop keine Übergriffe gibt, jedenfalls dann nicht, wenn er von qualifiziertem Personal geplant, durchgeführt und auch supervisorisch durch eine erfahrene sexualpädagogisch ausgebildete Person nachbearbeitet wird. Diese Kompetenz ist am ehesten bei sexualpädagogisch ausgebildeten (und damit ist nicht ein vierwöchiger Kurs gemeint!) und insgesamt von Pädagog*innen oder Psycholog*innen sowie anderen Personen, die eine fundierte Ausbildung in sozialwissenschaftlichen Studien oder pädagogischen Berufen vorweisen können oder sich in ihr befinden, zu erwarten.

Natürlich sind Lehrkräfte ebensolche pädagogisch ausgebildeten Personen, allerdings sind sie nicht automatisch sexualpädagogisch ausgebildet und jede Lehrkraft hat ihren eigenen für sie wichtigen Schwerpunkt. Auch Biologie-, Ethik-, Deutsch- und Religionslehrpersonen haben nicht automatisch einen sexualpädagogischen Schwerpunkt, auch wenn nun von ihnen erwartet wird, hier die „eierlegende Wollmilchsau“ zu sein. Lehrpersonen sind heute nicht einfach nur noch die frontalvortragenden Vorbilder, sie sind Ansprechpersonen für die persönlichsten Bereiche ihrer Schüler*innen, sie erfüllen sozialpädagogische und sozialarbeiterische Aufgaben. Es ist einfach unzulässig und auch ungerecht, ihnen nun auch noch sämtliches Spezialwissen (und die Sexualpädagogik ist nur einer von mehreren Themenbereichen) und die Durchführung möglichst zielgruppengerechter Workshops abzuverlangen. Nicht nur, dass der Lehrplan ohnehin sehr dicht ist und jedes Jahr mehr von Lehrkräften und Schüler*innen verlangt, es kann von niemandem erwartet werden, über Spezialwissen für sämtliche Themen zu verfügen.

Ein weiterer, sehr häufig vorgebrachter Grund, der für das Einsetzen externer Expert*innen spricht, ist die Anonymität. Sexualpädagog*innen gehen in die Schulen, Jugendzentren, Wohngemeinschaften und andere Einrichtungen als Fremde. Sie kennen die Schüler*innen, Bewohner*innen, Teilnehmenden nicht und sie werden auch von ihnen nicht gekannt. Dieser ganz neue Zugang, der ohne Vorgeschichte lebt und auch keine Nachgeschichte mehr bekommt, erlaubt es, einen unvoreingenommenen Workshop für beide Seiten zu finden und gemeinsam eine im Jetzt stattfindende Zeit zu gestalten, also einen zeitlich begrenzten Raum, der ein geschützter Raum ist. Sexualpädagog*innen kennen keine Vorinformation außer der, die die Personen von sich freiwillig preisgeben. Sie vergeben keine Noten. Sie werten nicht. Sie haben keinen Rotstift mit und das ist ein Symbol für viele Bereiche: Sexualpädagog*innen sind nicht Eltern, Erziehungsberechtige, Lehrkräfte, Sozialarbeiter*innen. Sie fällen keine Urteile, entscheiden nicht über Laufbahn und existenzielle Voraussetzungen. Diese Tatsache ist für alle Beteiligten der größte Vorteil, den es in diesen Workshops gibt. Es gibt keine wechselseitigen Ansprüche, die über die Zeit des Workshops hinausgehen. Und eben, weil es keine Abhängigkeiten gibt, können Fragen anders gestellt, Themen freier besprochen werden. Ein*e Sexualpädagog*in wird nicht rot, wenn jemand „ficken“ sagt, lacht nicht, wenn Wörter falsch ausgesprochen werden, urteilt nicht, wenn abfällige Bemerkungen fallen. Sexualpädagog*innen setzen Äußerungen, Worte, Werte in gesamtgesellschaftlichen, historischen, sozialen Kontext und klären über Zusammenhänge auf und das in der verlangten altersadäquaten Form.

Sexualpädagog*innen suchen sich ihr Thema ganz bewusst aus. Niemand plumpst aus der Universität und wird gezwungen, über Sexualität, Menstruation, Verhütung mit ihr*ihm unbekannten Jugendlichen, Kindern und Erwachsenen zu sprechen. Es ist ein frei gewählter Arbeitsbereich, ist also eine persönliche Entscheidung und viel spezifischer als beispielsweise Deutsch oder Sport zu unterrichten. Sexualpädagog*innen beantworten mit Freude Fragen zu körperlichen Funktionen, zwischenmenschlichen Beziehungen und Körperbildern. Das sind keine zufälligen Themen, die im Rahmen des als Beispiel erwähnten Deutsch- oder Sportunterrichts durchaus auftauchen können. Und weil diese Entscheidung eine so bewusste ist, sind Sexualpädagog*innen Expert*innen für ihr Thema. Zusammen mit ihrem Grundberuf, sei es die Sozialarbeit, die Sozialpädagogik, die Psychologie, die Behindertenarbeit oder anderes, haben Sexualpädagog*innen die Fähigkeit, sehr konzentriert und ohne Angst auf Fragen einzugehen.

Ein sexualpädagogischer Workshop, dauert er 2 Stunden, 3 Stunden oder den ganzen Tag, ist eine Ausnahme im Unterrichts-, WG- und Jugendzentrumsalltag. Er ist eine besondere Zeit für die Schüler*innen, Bewohner*innen, Teilnehmenden. Durch diesen besonderen Status ist nicht nur das Thema gründlich abgesteckt, er bietet auch einen Luxus, den es allzu oft nicht gibt bzw. nicht in dieser Form: Sexualpädagog*innen gestatten Diskussionen zwischen den Teilnehmenden nicht nur, sie ermutigen sie dazu, denn miteinander ins Gespräch zu kommen ist das wichtigste durch die Sexualpädagog*innen formulierte Ziel für die Teilnehmenden. Dafür wird in einem Workshop Raum gegeben, den es sonst aufgrund der eingeschränkten Zeitressourcen (beispielsweise wird in österreichischen Schulen größtenteils noch immer in einem 50 Minuten-Rhythmus unterrichtet) nicht gibt. Außerdem sind aufgrund der unbelasteten Beziehung zwischen Sexualpädagog*in und Gruppe Diskussionen viel freier, sie haben wie erwähnt keinerlei Konsequenzen, die über die Zeit des Workshops hinausgehen. Sie führen nicht zu schlechten Noten oder ähnlichem.

Hierfür ist es nötig, dass die Sexualpädagog*innen das Vertrauensprinzip verstehen, anwenden und verteidigen. Es ist mit dem Vertrauensprinzip in Psychotherapien, Beratungen und Ärzt*innen-Patient*innen-Gesprächen zu vergleichen und gilt für besonders sensible Bereiche (und die menschliche Sexualität ist ein ebensolcher Bereich, für den eine erhöhte Sensibilität absolut elementar ist). Das bedeutet in der Praxis, dass mit der pädagogischen Begleitperson (Lehrkraft, Sozialarbeiter*in, Sozialpädagog*in, Jugendbetreuer*in u.ä.) über die allgemeine Stimmung im Workshop gesprochen werden kann (und in unseren Augen auch soll), nicht jedoch über einzelne Aussagen einzelner Teilnehmer*innen. Diese Rezitation würde das Vertrauensprinzip empfindlich verletzen und kann großen Schaden anrichten. Das Vertrauensprinzip, das es beispielsweise in Beratungs- und Therapiesettings gibt, besagt, dass „nichts den Raum verlässt“. Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Beraterinnen und Berater sind daran auch rechtlich gebunden und können, wenn sie nicht besondere Gründe (beispielsweise Gefahr für Leib und Leben) vorweisen und nachweisen können, strafrechtlich belangt werden. Nun gibt es für Sexualpädagog*innen so eine rechtliche Bindung nicht, das Vertrauensprinzip aber, wie es hier formuliert wurde, ist Teil der professionellen Haltung.

Abschließend ist noch festzuhalten, dass die Situation für sexualpädagogische Workshops und sexualpädagogisch tätige Personen im österreichischen Schulsystem mehr als unbefriedigend ist. Da es weder eine allgemein zugängliche Liste tätiger Vereine noch eine fixe Budgetierung gibt, sind Schulen und Lehrkräfte bei der Wahl ihrer Mittel (und Expert*innen) auf sich gestellt. Nur so kann es passieren, dass es fundamentalistisch-ideologische Vereine gibt, die mit vorsätzlich falschen Informationen kostenlos in Schulen gehen und dort riesigen Schaden verursachen können. Daher schlagen wir folgende Vorgehensweise vor:

 

  1. Es braucht Akkreditierungen durch das Bildungsministerium. Nur vom Bildungsministerium akkreditierte Vereine sollen in Schulen gehen dürfen. Für diese Akkreditierung braucht es verbindliche Rahmenbedingungen und regelmäßige Kontrollen. Eine Akkreditierung muss in regelmäßigen Abständen erneuert werden und kann nicht unkontrolliert 20 Jahre oder mehr gelten.
  2. Es braucht eine gemeinsame Standesvertretung, die dem Bildungsministerium gegenüber Ansprechpartnerin für die sexualpädagogische Arbeit in Österreich ist. Gemeinsam mit der Standesvertretung können die Bedingungen für die Akkreditierung oder den Berufsbezeichnungsschutz für die Sexualpädagogik festgelegt werden.
  3. Es braucht eine für alle Schulen und außerschulischen Institutionen mit pädagogischer Verantwortung eine vom Bildungsministerium zur Verfügung gestellte Liste mit sexualpädagogisch tätigen Vereinen und Einzelpersonen.
  4. Um die Schulgeldfreiheit zu gewährleisten, muss das Bildungsministerium ein Budget für Sexualpädagogik zur Verfügung stellen. Im Gegenzug erklären sich die akkreditierten Vereine bereit, einen einheitlichen Tarif (der möglicherweise unter ihrem derzeitigen Tarif liegt) zu akzeptieren. Durch die einheitliche Bezahlung wird ein Entgeltkampf zwischen den Vereinen verhindert und gerechte Bedingungen für alle teilnehmenden Vereine geschaffen.
  5. Es darf auch weiterhin Vereine geben, die nicht vom Bildungsministerium akkreditiert sind. Sie dürfen aber nicht in Schulen tätig sein. So bleibt die Freiheit und Unabhängigkeit für andere Vereine erhalten.

 

Vorstand des Vereins pasiofeel – Lust und Liebe im Gespräch

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Verein

liebe Interessierte,

liebe Leserin,

lieber Leser,

 

wie bereits angekündigt, hat pasiofeel sich im ersten Quartal 2018 grundlegend verändert. Wie vielleicht einige von euch bereits wissen, ist pasiofeel seit letztem Jahr nicht mehr nur eine Person, sondern drei! Wir, das sind Cornelia, Thomas und Sara, haben beschlossen, eine Organisation zu formen und haben uns für die Gründung eines Vereins entschieden. Zu dritt bilden wir den Vorstand, Sara gibt die Obfrau, Cornelia ist die Stellvertreterin und Schriftführerin und Thomas ist unser Kassier.

Zu einem Verein gehört eine Nummer, die Vereinsregisternummer und sie lautet in unserem Fall 1906153399, abrufbar ist unser gesamter Auszug hier, einfach „pasiofeel“ im Suchfeld „Vereinsname“ eingeben und schon sind alle Informationen abrufbar, die mit unserem Verein in Zusammenhang stehen. Auch ein Vereinskonto haben wir bereits eröffnet, daher sind ab sofort Spenden und Mitgliedschaften möglich. Unser Konto ist bei der Sparkasse Baden und hat die IBAN AT76 2020 5010 0004 0293 und wer möchte, kann uns etwas für einen Workshop oder die Öffentlichkeitsarbeit spenden, wir freuen uns darüber.

Wir würden gerne in Zukunft Workshops für diejenigen Institutionen anbieten, die sich Workshops sonst nicht leisten könnten, außerdem würden wir gerne mehr Öffentlichkeitsarbeit machen, um die Notwendigkeit von Sexualpädagogik zu erklären. Auch Elternrunden und Gesprächsangebote für Personen, die sonst keinen Zugang zu sexualpädagogischen Angeboten haben, sind geplant und kosten Geld (zB Miete, externe Referent*innen, …).

In Zukunft möchten wir Mitgliedschaften anbieten, die uns eine regelmäßige Förderung unserer Tätigkeiten ermöglichen. Alle Mitglieder bekommen einen Newsletter sowie einen jährlichen Tätigkeitsbericht. Um es allen so bequem wie möglich zu machen, werden wir die Beiträge abbuchen können, daran arbeiten wir gerade. Sobald diese Funktion verfügbar ist, wird es hier und auf der Homepage sowie natürlich auf unserer Facebook-Seite ein Beitrittsformular geben. Und wer weiß, vielleicht haben wir bald so viele Mitglieder und Förder*innen, um einen sexualpädagogischen Kongress zu veranstalten, ein neues Methodenhandbuch oder ein Buch über sexuelle Bildung veröffentlichen.

Für Fragen und Anregungen stehen wir natürlich jederzeit bereit!

Liebe Grüße von

Cornelia, Thomas & Sara

your story

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your story

Pasiofeel startet mit neuen Ideen ins neue Jahr. Eine große Änderung wird noch im ersten Quartal 2018 durchgeführt – Genaueres dann hier und natürlich auf unserer Facebook-Seite.

Unsere neue Idee ist ein Aufruf: erzählt uns eure Geschichten unter unserem Motto „Wir reden darüber.“. Wir möchten deine/Ihre/eure Geschichte, deinen und Ihren und euren speziellen Blickwinkel zum Thema machen und veröffentlichen eure Sichtweise – in anonymisierter Form – auf diesem Blog.

Das Ziel? Klare Sprache und das Sichtbarmachen von Diversität. Es gibt viele Statistiken und Allgemeinplätze. Uns interessieren eure ganz persönlichen Gedanken, Eindrücke, Erlebnisse, die hinter diesen Statistiken und den allgemeinen Selbstverständlichkeiten stehen. Und wenn ihr glaubt, dass es irgendeine verrückte Story sein muss – nein! Einfach nur etwas, das ihr gerne aus eurem Erfahrungs- oder Gedankenschatz im Themenbereich der Sexualität erzählen wollt, das ist hier willkommen! Wir urteilen nicht, wir hören euch zu und wir freuen uns über euer Vertrauen in uns! Egal ob kurz oder lang, kinky oder vanilla oder ganz ohne Action: herzlich willkommen bei pasiofeel!

 

Eure

Cornelia, Thomas & Sara

Angesprochen: Ausgesprochen! Plakatkampagne an Wiener Schulen

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Angesprochen: Ausgesprochen! Plakatkampagne an Wiener Schulen

Auch wenn der Anlass nicht brandaktuell ist, das Thema LGBTIQ an Schulen ist es allemal.

 

Die Hintergründe: Der Verein Ausgesprochen: Schwule, lesbische, bi, trans & inter Lehrer*innen in Österreich, hat eine Plakatkampagne entworfen. Die Plakatsujets, fünf an der Zahl, wurden in einer Auflage von 3500 Stück an 700 Wiener Schulen verschickt. Bereits letztes Jahr erarbeitet und angekündigt, wurde die Umsetzung in Folge zahlreicher Proteste verzögert, unter anderem vom Elternverband und dem katholischen Familienverband.

Es wurde unter anderem eine Petition mit dem Namen ‚Keine Gender-Indoktrinationsplakate in Wiener Schulen!‘ initiiert, die es schaffte fast 9.000 Unterschriften zu sammeln. Man warnt davor, dass durch die Kampagne „hinter dem Rücken der Eltern die Schüler sexualpädagogisch verwirrt und indoktriniert werden“. Es werde die „Idee des Gender Mainstreaming propagiert“.

Hierzu eine kurze Erläuterung: Die Plakate wurden an die Direktionen der 700 Schulen ausgeschickt, mit der Absicht vor allem Lehrer*innen für LGBTIQ Themen im Schulalltag zu sensibilisieren. Es unterliegt der Schulautonomie, ob und wie die Plakate in die Praxis einfließen, es besteht kein Zwang zur Umsetzung. Als Reaktion auf Kritik wurden Workshops für Lehrer*innen abgehalten, um die Sujets in einen Rahmen einzubetten und pädagogisches Werkzeug zu ihrer möglichen Umsetzung zu liefern.

Es ist problematisch wenn in diesem Kontext von „Propaganda“ und „Indoktrination“ gesprochen wird. Niemand wird zum Beispiel transident, wenn er* oder sie* in einem Workshop darüber lernt. Im besten Falle hilft es jungen Menschen, die so empfinden, dieses bereits vorhandene Gefühl zu benennen und sich selbst besser zu verstehen. Vielleicht kann es Leidensdruck lindern, Optionen aufzeigen, Wege bereiten zu einem glücklich(er)en Leben. Ganz sicher jedoch ist die Auseinandersetzung damit nicht die Ursache für das Gefühl.

Es geht nicht darum, etwas zu „bewerben“, nicht darum die Welt zu „homofizieren“ oder dergleichen. Vielmehr geht es darum, Realitäten zu benennen. Menschen, die (oft im Verborgenen) existieren, eine Stimme zu geben. Zu zeigen dass es „ok ist, so und so zu sein“. Nicht zu verwechseln mit „seid doch bitte auch so“. Klarer Unterschied.

Noch immer sind Selbstmordraten und psychische Krankheiten bei LGBTIQ Jugendlichen* bedeutend höher als bei ihren Altersgenossen*. Und NEIN, das ist nicht die Ursache für das Empfinden, sondern eine Folge von einer Reihen von Diskriminierungen. Das geht von nicht-gesehen-werden bis hin zu offener Gewalt. Mobbing von LGBTIQ Jugendlichen* ist Realität.

Es geht nicht darum, alles und jeden „toll“ zu finden. Es geht darum einen sicher(er)en Ort für unsere Kinder zu schaffen, wie auch immer sie fühlen, lieben und begehren mögen. Es geht um Respekt, um ein Miteinander, in dem Platz ist für Vielfalt. Große Worte. Kleine Taten wie die Plakatkampagne von Ausgesprochen: Ja bitte!

„Dürfen Behinderte Kinder kriegen?“

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Diese Diskussion wird in ähnlicher Form und von unterschiedlichen Menschen mit ganz verschiedenen Argumenten geführt. Nicht zuletzt durch die Geschichte der Behinderung bzw. des Umgangs mit Beeinträchtigungen hat die Diskussion immer den Duft der Euthanasie und kaum jemand ist nicht darum besorgt, etwas wie „unwertes Leben“ auch nur zu denken. Es ist gut, richtig und auch notwendig, sich dieser Geschichte bewusst zu sein und die daraus entstandene Verantwortung nach wie vor zu tragen.

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Auch die Betroffenen selbst leben – bewusst oder unbewusst – mit dieser Geschichte, nicht zuletzt jene, die schon zur älteren Generation zählen. Und so kommt es dann dazu, dass zwei sich im Gespräch unsicher sind: darf die das? Was passiert mit dem Kind? Wer verbietet das? Wer achtet auf das Kind? Wenn das Kind weggenommen wird, darf die Mutter das Kind sehen? Ist das Kind gesund oder krank?
Da viele Betreuer*innen in diesen Fragen unsicher sind, hier also eine kurze Zusammenfassung.

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Österreich hat die UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderung 2008 ratifiziert und sich so verpflichtet, die Inhalte der Konvention umzusetzen. Darin ist geregelt, welche Rechte Menschen mit Behinderung in Zusammenhang mit ihrem Wohnort, der Arbeit und des Privatlebens haben.
In der Konvention ist klar festgehalten: Menschen mit Behinderung haben das Recht auf Familie, Familiengründung, auf Kinder, Partnerschaft und angemessene Unterstützung durch die jeweiligen Einrichtungen. Da hierzu auch die Familienplanung gehört, haben die Menschen auch das Recht auf selbst gewählte Verhütungsmaßnahmen und die dazu gehörenden Informationen.
Da es sich hier um international verbindliches Recht handelt, ist es auch einklagbar falls den Betroffenen das Recht vorenthalten wird. Glücklicherweise werden viele Betreuer*innen im Lauf ihrer Ausbildung oder in den jeweiligen Arbeitsstätten mit der Konvention konfrontiert.

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Den gesamten Text kann man auf der Webseite des Sozialministeriums abrufen.
Hier auch in leichter Sprache.

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Dallas Buyers Club

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Ron (Matthew McConaughey) ist HIV-positiv und so genannter „late presenter“ (= jemand, bei dem erst sehr spät, meist im AIDS-Stadium festgestellt wird, dass HIV im Blut nachweisbar ist). Es ist 1985 und eine HIV-Diagnose bedeutet das Todesurteil. Ron ist zynisch, fast militant hetero und ein Rodeo-Fan. Er raucht, trinkt und konsumiert Koks, wahllose sexuelle ungeschützte Kontakte mit fremdem Frauen sind sein Alltag. Erst verzweifelt Ron, dann besorgt er sich Medikamente und als die ihn fast töten, besorgt er sich neue.

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Er gründet einen Buyers Club, also eine Art Verein, der gegen eine monatliche Gebühr nicht-zugelassene Medikamente an andere HIV-positive Menschen verteilt. Auf dem Weg gewinnt Ron eine/n Freund*in namens Rayon (brillant: Jared Leto), neue Erkenntnisse und streitet mit der FDA. Eine befreundete Ärztin unterstützt ihn in seinen Vorhaben.

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Basierend auf der wahren Geschichte von Ronald Woodroof (1950 – 1992), durch dessen Kampf die medikamentöse Therapie für HIV-positive Menschen eine wichtige Wendung nahm, erfährt man hautnah, wie real die Stigmation war (und ist), wie viele Vorurteile, wie viel Verzweiflung und wie viel Aussichtslosigkeit die Menschen erschütterte. Auch wenn nicht alle Aspekte der Realität entsprechen, macht das für die Geschichte keinen Unterschied.

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Dieser Film ist ein Muss für jede*n, die/der sich für die Geschichte der Antiretroviralen Therapie und die emotionalen Hintergründe von Betroffenen interessiert!